Contao 5 – warum Sie das Update nicht aufschieben sollten
von Christian Röckl
Aktualisiert im Oktober 2026
Viele Contao-Websites laufen noch mit Contao 4.13. Das ist nachvollziehbar: Eine bestehende Website funktioniert meistens zuverlässig, Inhalte und Redaktionsabläufe sind eingespielt und ein Versionswechsel soll den laufenden Betrieb möglichst wenig stören.
Trotzdem sollten Betreiber von Contao-4-Websites das Thema jetzt nicht mehr aufschieben. Der Support für Contao 4.13 ist beendet. Seit dem 18. Februar 2026 werden für diese Version keine regulären Updates und keine Sicherheitsupdates mehr veröffentlicht.
Die aktuelle langfristig unterstützte Version ist Contao 5.7 LTS. Sie wird bis Februar 2029 mit Fehlerbehebungen und bis Februar 2030 mit Sicherheitsupdates versorgt.
Ein Update von Contao 4 auf Contao 5.7 ist allerdings kein gewöhnliches Wartungsupdate. Je nach Alter der Installation, eingesetzten Erweiterungen, individuellen Templates und technischen Anpassungen kann daraus ein umfangreicheres Migrationsprojekt werden.
Contao 4.13 erhält keine Sicherheitsupdates mehr
Contao 4.13 war über mehrere Jahre eine stabile und langfristig unterstützte Version. Dieser Supportzeitraum ist inzwischen beendet.
Das bedeutet nicht automatisch, dass jede Contao-4-Website von heute auf morgen unsicher ist. Es bedeutet aber, dass neu entdeckte Sicherheitsprobleme im Contao-Core nicht mehr regulär für Contao 4.13 behoben werden.
Zusätzlich können weitere Probleme entstehen:
- Die verwendete PHP-Version wird vom Hosting-Anbieter nicht mehr dauerhaft unterstützt.
- Erweiterungen erhalten möglicherweise keine Updates für Contao 4 mehr.
- Sicherheitsupdates für eingesetzte Drittanbieter-Komponenten können fehlen.
- Neue Server- und Hosting-Umgebungen setzen aktuelle PHP-Versionen voraus.
- Technische Fehler lassen sich schwieriger analysieren und beheben.
- Ein späterer Umstieg kann aufwendiger werden, weil sich über die Jahre weitere Altlasten ansammeln.
Für produktive Unternehmenswebsites ist das keine gute langfristige Ausgangslage. Eine Website sollte nicht erst dann aktualisiert werden, wenn der Hoster die alte PHP-Version abschaltet oder eine wichtige Erweiterung nicht mehr funktioniert.
Warum Contao 5.7 die passende Zielversion ist
Contao 5.7 ist die aktuelle LTS-Version des CMS. LTS steht für „Long Term Support“, also eine Version mit besonders langer Pflege- und Sicherheitsphase.
Für Website-Betreiber bietet das vor allem Planungssicherheit:
- Contao 5.7 erhält bis Februar 2029 Fehlerbehebungen.
- Sicherheitsupdates sind bis Februar 2030 vorgesehen.
- Die Version basiert auf einem aktuellen technischen Unterbau.
- Erweiterungen und Hosting-Umgebungen lassen sich wieder auf einen zeitgemäßen Stand bringen.
- Die Website bleibt besser wartbar und kann regelmäßiger aktualisiert werden.
Damit ist Contao 5.7 für viele bestehende Contao-4-Websites das sinnvollste Migrationsziel.
Die Migration sollte dabei nicht nur als notwendiger Versionswechsel betrachtet werden. Sie ist auch eine gute Gelegenheit, die technische Basis der Website zu prüfen, unnötige Altlasten zu entfernen und individuelle Anpassungen sauberer aufzubauen.
Was sich beim Wechsel von Contao 4 auf Contao 5.7 ändert
Mit Contao 5 wurde das CMS technisch weiterentwickelt. Zwischen Contao 4 und Contao 5 gibt es zwar viele Gemeinsamkeiten, trotzdem funktionieren nicht alle alten Anpassungen automatisch weiter.
Moderner technischer Unterbau
Contao 5.7 setzt auf aktuelle PHP- und Symfony-Versionen. Dadurch verbessert sich die Grundlage für Wartung, Sicherheit und zukünftige Erweiterungen.
Das bedeutet aber auch: Die Serverumgebung muss geprüft werden. Eine alte Contao-4-Installation läuft möglicherweise noch mit einer PHP-Version, die für Contao 5.7 nicht mehr ausreicht.
Vor der Migration sollte deshalb geklärt werden:
- Welche PHP-Version verwendet der Server aktuell?
- Unterstützt das Hosting die für Contao 5.7 erforderliche PHP-Version?
- Ist der Contao Manager aktuell?
- Sind Composer-Abhängigkeiten und Erweiterungen kompatibel?
- Gibt es individuelle Servereinstellungen oder alte Sonderlösungen?
Twig wird zum zentralen Template-Standard
In Contao 5 werden Templates zunehmend mit Twig umgesetzt. Twig ist die Template-Engine, die auch im Symfony-Umfeld verwendet wird.
Mit Contao 5.7 steht für jedes verbliebene HTML5-Template ein entsprechendes Twig-Pendant zur Verfügung. Twig ist damit der neue Standard im Contao-Core.
Bestehende HTML5-Templates können für eine Übergangszeit weiterhin verwendet werden. Für neue Anpassungen sollte jedoch möglichst Twig eingesetzt werden. Dadurch wird die Installation besser auf kommende Entwicklungen vorbereitet und die Trennung zwischen Gestaltung und Programmierung verbessert.
Besonders wichtig ist die Prüfung von:
- individuell angepassten Inhaltselementen,
- News- und Kalender-Templates,
- Formular-Templates,
- Navigationen,
- Modultemplates,
- eigenen Template-Überschreibungen,
- alten
ce_*.html5-Templates.
Nicht jede individuelle Anpassung muss vollständig neu entwickelt werden. In vielen Fällen können bestehende Anpassungen übernommen oder schrittweise auf Twig umgestellt werden. Das muss aber anhand der konkreten Installation geprüft werden.
Erweiterungen müssen auf Kompatibilität geprüft werden
Viele Contao-Websites verwenden Erweiterungen für zusätzliche Funktionen. Dazu gehören beispielsweise:
- News- und Veranstaltungsfunktionen,
- Formulare und Schnittstellen,
- Suchfunktionen,
- Newsletter,
- Shop- oder Kataloglösungen,
- Immobilien- oder Fahrzeugdatenbanken,
- Karten- und Standortfunktionen,
- SEO- und Analysewerkzeuge,
- individuelle Kundenmodule.
Vor dem Update muss für jede wichtige Erweiterung geprüft werden:
- Gibt es eine für Contao 5.7 geeignete Version?
- Wird die Erweiterung noch aktiv gepflegt?
- Müssen Einstellungen oder Daten migriert werden?
- Gibt es eine alternative Erweiterung?
- Wurde die Funktion möglicherweise inzwischen im Contao-Core verbessert?
Eine Erweiterung, die in Contao 4 problemlos funktioniert, ist nicht automatisch mit Contao 5.7 kompatibel.
Individuelle PHP-Anpassungen können betroffen sein
Viele ältere Contao-Websites enthalten eigene Anpassungen. Diese können beispielsweise in folgenden Bereichen liegen:
- eigene Module,
- eigene Inhaltselemente,
- individuelle Hooks,
- angepasste Backendmasken,
- eigene Services,
- individuelle Datenbankabfragen,
- Schnittstellen zu externen Systemen,
- Anpassungen im Ordner
system/modules.
Solche Anpassungen müssen vor der Migration erfasst und technisch bewertet werden. Je nach Alter und Aufbau kann eine Anpassung direkt weiterverwendet, angepasst oder sauber neu entwickelt werden.
Der richtige Weg von Contao 4 auf Contao 5.7
Ein Update sollte nicht direkt von einer beliebigen Contao-4-Version auf Contao 5.7 durchgeführt werden.
Der empfohlene Ausgangspunkt ist eine vollständig aktualisierte Contao-4.13-Installation. Wer beispielsweise noch Contao 4.9, 4.10 oder eine andere ältere Version verwendet, sollte zunächst innerhalb der Contao-4-Reihe auf den letzten verfügbaren Stand aktualisieren.
Erst danach wird die Migration auf Contao 5 vorbereitet.
Wichtig ist außerdem: Major-Versionen sollten nicht übersprungen werden. Die notwendigen Datenbankmigrationen und technischen Anpassungen müssen in der vorgesehenen Reihenfolge ausgeführt werden.
Der konkrete Ablauf hängt unter anderem davon ab:
- mit welcher Contao-Version die Website ursprünglich erstellt wurde,
- ob sie bereits mit Composer verwaltet wird,
- wie alt die Installation ist,
- welche Erweiterungen installiert sind,
- ob individuelle Templates vorhanden sind,
- ob eigene PHP-Entwicklungen eingebaut wurden,
- welche Hosting- und Serverumgebung verwendet wird.
Eine allgemeine Anleitung kann deshalb die technische Prüfung nicht ersetzen.
Wichtige technische Punkte bei der Migration
Das öffentliche Verzeichnis prüfen
Contao 5 verwendet das Verzeichnis public als öffentlichen Einstiegspunkt der Website. Ältere Installationen verwenden teilweise noch das Verzeichnis web.
Vor der Migration muss geprüft werden:
- Welches Verzeichnis ist aktuell als Document Root eingerichtet?
- Zeigt die Domain bereits auf
public? - Muss
webinpublicumbenannt werden? - Muss die Hosting-Konfiguration angepasst werden?
- Gibt es Weiterleitungen oder individuelle Serverregeln?
Eine falsche Einstellung an dieser Stelle kann dazu führen, dass die Website nach dem Update nicht korrekt erreichbar ist.
Alte Ordnerstrukturen prüfen
Ältere Contao-Versionen verwenden teilweise Strukturen, die in Contao 5 nicht mehr unterstützt werden. Dazu gehören beispielsweise alte Anpassungen im app-Verzeichnis oder ältere Modulstrukturen.
Vor der Migration sollte deshalb erfasst werden:
- Welche Dateien liegen im Projektverzeichnis?
- Gibt es ein altes
app-Verzeichnis? - Werden Dateien direkt im Systemverzeichnis verändert?
- Gibt es individuelle Konfigurationsdateien?
- Existieren alte Installationsreste?
Je sauberer die Ausgangssituation ist, desto einfacher lässt sich die Migration durchführen.
Datenbank und Dateien sichern
Vor jedem größeren Update müssen mindestens folgende Daten gesichert werden:
- vollständige Datenbank,
- Dateien der Website,
composer.json,composer.lock,- individuelle Templates,
- Konfigurationsdateien,
- Uploads und Dokumente,
- gegebenenfalls externe Export- oder Importdateien.
Das Backup sollte nicht nur erstellt, sondern auch auf Wiederherstellbarkeit geprüft werden. Ein Backup, das sich im Notfall nicht einspielen lässt, bietet keine ausreichende Sicherheit.
Warum eine Testumgebung wichtig ist
Ein Update auf Contao 5.7 sollte nicht als erstes auf der produktiven Website durchgeführt werden.
Besser ist eine separate Test- oder Staging-Umgebung. Dort können die notwendigen Änderungen durchgeführt werden, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.
In der Testumgebung sollten mindestens folgende Bereiche geprüft werden:
- Startseite,
- wichtige Unterseiten,
- Navigation,
- Suchfunktion,
- News,
- Veranstaltungen,
- Formulare,
- Newsletter,
- Mehrsprachigkeit,
- geschützte Bereiche,
- Downloads,
- Bildausgabe,
- externe Schnittstellen,
- Tracking und Analyse,
- Backend für Redakteure,
- Benutzerrechte,
- Cronjobs und Hintergrundprozesse.
Auch Weiterleitungen, Canonical-Tags, strukturierte Daten und wichtige SEO-Funktionen sollten nach der Migration kontrolliert werden.
Ein Update ist eine gute Gelegenheit für einen technischen Check
Eine Migration macht technische Schwachstellen sichtbar, die im laufenden Betrieb oft unbemerkt bleiben.
Dazu gehören beispielsweise:
- nicht mehr benötigte Erweiterungen,
- veraltete Template-Anpassungen,
- ungenutzte CSS- und JavaScript-Dateien,
- alte Weiterleitungen,
- veraltete PHP- oder Composer-Abhängigkeiten,
- unklare individuelle Funktionen,
- nicht dokumentierte Schnittstellen,
- doppelte oder widersprüchliche Konfigurationen.
Diese Punkte sollten nicht einfach nebenbei und unkontrolliert während des Updates gelöst werden. Sinnvoller ist eine strukturierte Bestandsaufnahme. So lässt sich unterscheiden, welche Anpassungen zwingend für die Migration notwendig sind und welche Verbesserungen unabhängig davon geplant werden können.
Update, Refactoring oder Relaunch?
Nicht jede Contao-4-Website braucht automatisch einen kompletten Relaunch. Umgekehrt ist ein reines Update nicht immer die wirtschaftlich sinnvollste Lösung.
Ein klassisches Update ist sinnvoll, wenn …
- die Website technisch noch gut strukturiert ist,
- das Design weiterhin verwendet werden soll,
- die wichtigsten Erweiterungen für Contao 5.7 verfügbar sind,
- nur wenige individuelle Anpassungen existieren,
- die Inhalte und Seitenstruktur weiterhin passen.
Ein Refactoring ist sinnvoll, wenn …
- die Website grundsätzlich erhalten bleiben soll,
- aber viele alte Templates vorhanden sind,
- individuelle Funktionen technisch überarbeitet werden müssen,
- Erweiterungen ersetzt oder bereinigt werden sollten,
- die CSS- und JavaScript-Struktur über die Jahre unübersichtlich geworden ist.
Ein Relaunch ist sinnvoll, wenn …
- die Website auch inhaltlich überarbeitet werden soll,
- die Seitenstruktur nicht mehr zu den Zielen des Unternehmens passt,
- das Design veraltet ist,
- die Website nicht ausreichend mobil oder barrierearm umgesetzt ist,
- mehrere technische Systeme neu integriert werden müssen,
- die bestehende Installation nur noch schwer wartbar ist.
Die Entscheidung sollte nicht allein anhand der Contao-Version getroffen werden. Entscheidend sind der Zustand der gesamten Website, die Ziele des Unternehmens und der erwartete Aufwand.
Für wen ist das Update besonders dringend?
Besonders zeitnah sollten Betreiber handeln, wenn eine Website:
- noch mit Contao 4.13 oder einer älteren Contao-Version läuft,
- keine regelmäßige technische Wartung erhält,
- wichtige Erweiterungen verwendet,
- individuelle Templates oder Module enthält,
- auf einer alten PHP-Version betrieben wird,
- an externe Systeme angebunden ist,
- regelmäßig neue Inhalte erhält,
- für Kunden, Bewerber oder Mitglieder geschäftlich wichtig ist,
- personenbezogene Daten über Formulare verarbeitet,
- hohe Anforderungen an Verfügbarkeit und Sicherheit hat.
Auch wenn die Website aktuell scheinbar problemlos funktioniert, sollte der technische Zustand nicht mit einer langfristig sicheren und wartbaren Lösung verwechselt werden.
Was Betreiber jetzt tun sollten
Der erste Schritt muss nicht sofort das eigentliche Update sein. Sinnvoller ist eine kurze technische Bestandsaufnahme.
Dabei sollten folgende Fragen beantwortet werden:
- Welche Contao-Version ist aktuell installiert?
- Welche PHP-Version verwendet der Server?
- Wird die Website mit dem Contao Manager und Composer verwaltet?
- Welche Erweiterungen sind installiert?
- Welche davon werden noch gepflegt?
- Gibt es individuelle Templates oder PHP-Anpassungen?
- Welches Verzeichnis ist als Document Root eingestellt?
- Gibt es eine funktionierende Testumgebung?
- Wann wurde das letzte vollständige Backup erstellt?
- Soll nur technisch aktualisiert oder auch die Website überarbeitet werden?
Auf dieser Grundlage lässt sich der Migrationsaufwand deutlich realistischer einschätzen.
Mein Rat: Nicht warten, bis die alte Website zum Problem wird
Ein Update von Contao 4 auf Contao 5.7 sollte nicht erst dann begonnen werden, wenn eine Sicherheitslücke, ein Serverwechsel oder eine nicht mehr funktionierende Erweiterung dazu zwingt.
Wer frühzeitig startet, hat mehr Möglichkeiten:
- Erweiterungen können rechtzeitig ersetzt werden.
- Individuelle Templates können sauber überarbeitet werden.
- Eine Testumgebung kann in Ruhe vorbereitet werden.
- Der Livebetrieb wird weniger stark unter Zeitdruck gesetzt.
- Ein notwendiger Relaunch kann von einem reinen Update getrennt werden.
- Budget und Projektzeit lassen sich besser planen.
Je länger eine veraltete Installation unverändert bleibt, desto größer kann der spätere Aufwand werden. Das liegt nicht nur an Contao selbst, sondern auch an der technischen Umgebung, den Erweiterungen und den individuellen Anpassungen einer Website.
Fazit
Contao 4.13 ist inzwischen nicht mehr im regulären Support. Für neue Sicherheits- und Kompatibilitätsanforderungen gibt es keine reguläre Weiterentwicklung mehr.
Contao 5.7 LTS bietet dagegen eine aktuelle technische Grundlage und einen langen Supportzeitraum bis 2030. Deshalb ist die Version für viele Betreiber von Contao-4-Websites das passende Ziel für eine geplante Migration.
Der Wechsel ist jedoch kein blindes Standard-Update. Erweiterungen, Templates, Serverumgebung, Ordnerstruktur, Datenbank und individuelle Entwicklungen müssen vorher geprüft werden.
Ein professionell vorbereitetes Update kann gleichzeitig eine gute Gelegenheit sein, die Website technisch aufzuräumen und für die kommenden Jahre besser wartbar zu machen.
Sie betreiben noch eine Website mit Contao 4?
Dann sollten Sie zunächst den technischen Zustand Ihrer Installation prüfen lassen. Ich unterstütze Sie bei der Bestandsaufnahme, der Einschätzung des Migrationsaufwands und der Entscheidung, ob ein Update, ein Refactoring oder ein Relaunch sinnvoll ist.
Nehmen Sie gerne Kontakt auf und vereinbaren Sie einen Termin für eine erste Einschätzung.